Baugeschichte

Nach einer Bauzeit von nur 5 Jahren wurde am 02. April 1905 durch den damaligen Bauleiter, Bau- und Regierungsrat Hesse, das seinerzeit als Justizpalast bezeichnete Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Der Bauentwurf wurde im damaligen Ministerium der Öffentlichen Arbeit unter Leitung des Geheimen Baurats Thoemer entwickelt. Das Gebäude selbst wurde im Stil der italienischen Renaissance - mit gotischen Motiven -errichtet.

Alle bis zu diesem Zeitpunkt in unterschiedlichen Gebäuden innerhalb der Stadt untergebrachten Gerichte und die Staatsanwaltschaft konnten nun in einem einzigen Gebäude untergebracht werden. Der Öffentlichkeit der damaligen Zeit wurde das Haus als 'Palast der 300 Zimmer' präsentiert. Es beinhaltete u.a. einen Schwurgerichtssaal, je drei Straf- und Zivilkammersäle mit zugehörigen Nebenräumen im Landgerichtsbereich. Im Amtsgerichtsbereich existierten u.a. drei Schöffengerichtssäle, ebenfalls mit entsprechenden Nebenräumen. Hinzu kamen über 200 Geschäftszimmer, Beratungs- und Wartezimmer sowie Haftzellen. Das bereits vorhandene Untersuchungsgefängnis diente der Unterbringung von ca. 400 Gefangenen. Die Baukosten allein betrugen seinerzeit ca. 3,6 Mio. Mark.

1945 legten Bomben einen Großteil des Gebäudes in Schutt und Asche. Die Überreste des einstigen Prachtbaus prägten seither das Stadtbild. Über 50 Jahre später wurde der zerstörte Teil durch einen modernen Neubau ersetzt. Seit 2001/02 wurden insgesamt 16 moderne Sitzungssäle, Geschäfts-, Beratungs- und Warteräume, Archive, Vorführ- und Wartezellen nach und nach ihrer Bestimmung übergeben. Die Baukosten betrugen über 45 Mio DM, der Wiederaufbau des gesamten Gebäudes in ursprünglicher Ansicht hätte - nach Schätzung von Experten - Mehrkosten in Höhe von  ca. 20 - 30 Mio. DM bedeutet. Seither prägt ein 20 Meter langer gläserner Eingangsbereich die Gebäudeansicht, welcher Altes und Neues harmonisch miteinander verbindet.

 

 

verschiedene Ansichten des Gebäudes